LEAG lässt offenbar absichtlich Kohle ungenutzt, um Tagebaue nicht zu verkleinern

GRÜNE LIGA und Grundeigentümer fordern Einschreiten der Bergbehörden

nochten 0144Cottbus/Freiberg, 22.11.2021. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA und private Grundeigentümer fordern von den Bergbehörden einzuschreiten, wenn der Kohlekonzern LEAG bereits teilweise freigelegte Kohle ungenutzt liegen lässt, statt seine Tagebaue zu verkleinern. Ein solches Vorgehen hat die LEAG zum Tagebau Jänschwalde selbst eingeräumt.

„Es kann nicht sein, dass die LEAG auf eigenen Grundstücken Kohle liegen lässt, aber anderen Grundeigentümern mit Enteignung droht. Die Bergbehörde muss einschreiten, weil das Berggesetz dieses Vorgehen als Raubbau verbietet. Wenn weniger Kohle gebraucht wird, muss der Eingriff in Natur und Privateigentum entsprechend verringert werden. “ sagt Rechtsanwalt Dr. Philipp Schulte. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA hat im Vorfeld des Tagebaues Nochten einen Wald gepachtet, den seine Eigentümer nicht an die LEAG verkaufen wollen. Dem Brief an das sächsische Oberbergamt haben sich weitere Grundeigentümer im Bereich des Sonderfeldes Mühlrose angeschlossen.

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Untätigkeitsklage gegen Sächsisches Oberbergamt

Behörde verzögert seit Monaten Akteneinsicht zum Tagebau Nochten

Cottbus/Chemnitz, 16.11.2021. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA hat beim Verwaltungsgericht Chemnitz eine Untätigkeitsklage gegen das sächsische Oberbergamt eingereicht. Die Behörde hat eine schon am 3. Mai 2021 beantragte Akteneinsicht zu Folgen des Tagebaues Nochten auf Grundwasser und Schutzgebiete bis heute nicht ermöglicht.

„Mit fadenscheinigen Begründungen wird seit nunmehr sechs Monaten eine Akteneinsicht verzögert, für die das Amt laut Gesetz maximal zwei Monate Zeit hat. Wir haben bei Gericht beantragt, das Oberbergamt zur Übermittlung der beantragten Umweltinformationen zu verurteilen.“ sagt der mit dem Verfahren betraute Rechtsanwalt Dr. Philipp Schulte.

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GRÜNE LIGA: Verlängerung des Tagebaus Nochten bis 2033 nicht genehmigungsfähig

Zahlreiche Einwender befürchten Verschärfung der Wasserprobleme im Spreegebiet / Durchsetzbarkeit von Enteignungen steht in Frage

201006 nochten rbp verlaengerung uebersichtskarteFreiberg/Cottbus, 16.10.2020. Die GRÜNE LIGA hat gemeinsam mit privat betroffenen Grundeigentümern eine ausführliche Einwendung gegen die Verlängerung der Zulassung des Tagebaues Nochten eingereicht. Der Kohlekonzern LEAG hatte zuvor eine Verlängerung der bislang zum 31.12.2026 auslaufenden Zulassungsbescheides beantragt. Zahlreiche Bürger*innen, der BUND Sachsen und die Deutsche Umwelthilfe reichten ebenfalls kritische Einwendungen beim sächsischen Oberbergamt in Freiberg ein. Auch die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) teilte auf Nachfrage mit, dass sie eine Einwendung in diesem Verfahren eingereicht hat.

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Jetzt Einwendungen gegen Verlängerung des Tagebaues Nochten einreichen!

Der Kohlekonzern LEAG hat beantragt, dass der Rahmenbetriebsplan „Weiterführung des Tagebaus Nochten 1994 bis Auslauf“ verlängert wird, der bisher auf den 31.12.2026 befristet ist. Einwendungen dagegen müssen bis zum Montag 12. Oktober beim Sächsischen Oberbergamt eingehen.

  • Mit dem Kraftwerk Boxberg beliefert der Tagebau eines der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas.
  • Der Tagebau Nochten ist der größte Verursacher der Sulfatbelastung der Spree, von der die Trinkwasserversorgung in Berlin und Frankfurt (Oder) direkt betroffen ist.
  • An die benachbarten Dörfer soll der Tagebau teilweise auf weniger als 200 Meter heranreichen. Die lokale Bürgerinitiative fordert seit Jahren, dass die Grube mehr Abstand zu den Dörfern hält.
  • Selbst nach Berechnungen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums besteht kein Bedarf mehr an der vollständigen Auskohlung der LEAG-Tagebaue. Deshalb kann genau hier die Kohle im Boden bleiben!

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Waldspaziergang am Tagebau Nochten: Verkleinerung des Tagebaues zum Schutz der Dörfer nötig

200920 waldspaziergang 3266Etwa 100 Teilnehmer kamen am Sonntag am Tagebau Nochten auf dem von der Umweltgruppe gepachteten Waldgrundstück zusammen. Auf einem Waldspaziergang der GRÜNEN LIGA – Umweltgruppe Cottbus wurde die Forderung unterstrichen, dass der Tagebau ausreichend Abstand zu den benachbarten Dörfern einhalten muss. Neben Betroffenen aus der Lausitz kam auch der Naturführer Michael Zobel auf dem Rheinland zu Wort. Zobel, der mit seinen Waldführungen am bedrohten Hambacher Wald bundesweite Berühmtheit erlangte, kritisierte den zögerlichen Kohleausstieg. Für den Wald in Deutschland sei die aktuelle Wasser- und Klimakrise bereits schon heute eine Katastrophe. Für Zobel lohne es sich um „jeden Quadratmeter Wald“ zu kämpfen, auch wie es derzeit in der Lausitz passiert. Jeden Tag, an dem weiter gebaggert wird, sei eine „Versündigung an der Schöpfung“, so der Naturführer.

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LEAG reißt zwei Gehöfte in Mühlrose ab - Tatsachen schaffen gegen die Zeichen der Zeit

Für diese Woche hat die LEAG angekündigt, mit dem Abriss zweier leerstehender Gehöfte in Mühlrose zu beginnen. Notwendig zur Vorbereitung des Tagebaus ist das nicht, weil das "Sonderfeld Mühlrose" bergrechtlich noch nicht einmal zum Abbau beantragt ist. Vermutlich sollen die Abrisse Bleibewillige psychisch unter Druck setzen, indem ein Teil ihrer gewohnten Umgebung zerstört wird.

Einen ähnlichen Fall hat es vor Jahren in Rohne gegeben: Während noch das Braunkohleplanverfahren lief, riss der damalige Tagebaubetreiber Vattenfall bereits ein zentral im Dorf gelegenes Gehöft ab. Das Dorf Rohne allerdings steht heute immer noch, während Vattenfall und die Umsiedlungsplanung verschwunden sind.

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Weißes Damwild im Vorfeld des Tagebaus Nochten

200520 damwild nochtenAm von der Umweltgruppe Cottbus gepachteten Grundstück im Vorfeld des Tagebaus Nochten konnten Besucher unlängst ein Schauspiel der besonderen Art miterleben. Weißes Damwild graste auf einer Lichtung und zog dann am Waldrand vorbei. Eine umfangreiche Population dieser seltenen Tiere soll bis in die 70er-Jahre hinein in den Gemarkungen von Sabrodt, Gosda und Jessen existiert haben. Allerdings habe der Tagebau Welzow-Süd sie wohl in andere Gebiete abgedrängt, weshalb die weißen Tiere inzwischen in der Spremberger Region nicht mehr zu beobachten seien. Wenn nun der Tagebau Nochten weiter voranschreitet, wird der Lebensraum der Tiere auch dort immer kleiner. Eine Anwohnerin berichtete von einem Aberglauben: Wer einen weißen Hirsch tötet, soll binnen eines Jahres sterben. Daher würden es Jäger meiden die Tiere zu schießen. Ob der Aberglaube auch für die Verkleinerung des Lebensraumes gilt, bleibt offen.

Zum Rundbrief vom 26. Mai 2020

Sonderausgabe der „Nochten heute“ zu Mühlrose erschienen

(Kohlerundbrief vom 2. September 2019:) „Nochten heute“, die Zeitschrift des Aktionsbündnisses Strukturwandel jetzt – kein Nochten 2 ist in der vergangenen Woche mit einer nochten_heute_titelblattSonderausgabe zur Umsiedlung von Mühlrose erschienen. Darin wird den Betroffenen bewusst gemacht, dass der Tagebau Nochten-Sonderfeld derzeit weder beantragt noch genehmigt ist. Bisher wurden die Einwohner überwiegend von LEAG, Gemeinde und Staatsregierung informiert, wobei der Tagebau stehts als unabwendbar erscheint. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit eines Kohleabbaus im Nochtener Sonderfeld schon mit den Empfehlungen der Kohlekommission im Januar rapide gesunken.

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Lausitzer Kohlerundbrief