Nun rutscht die Straße wirklich - Vollsperrung der B 97

kohlerundbrief 2011 10 21 bildSchon am 21. Oktober 2011 berichteten wir im Kohle-Rundbrief über das denkwürdige Warnschild an der Bundesstraße 97 zwischen Spremberg und Hoyerswerda: 30 km/h wegen "Gefahr Straßeneinbruch" - eine Folge des früheren Kohleabbaus im Tagebau Spreetal. Wie niederlausitz-aktuell jetzt berichtet, setzte sich die Straße im Jahr 2020 tatsächlich in Bewegung. Aufgrund von Setzungen wurden Risse von bis zu sechs Zentimetern festgestellt. Die Straße ist auf 3 Kilometer Länge für 2-3 Monate voll gesperrt und wird grundhaft erneuert.

 

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Nach Rutschungen: Weitere Kippenfläche gesperrt

(Kohlerundbrief vom 26. Februar 2020:) Das Sächsische Oberbergamt hat mit der Hochkippe Scheibe eine zusätzliche Fläche im Tagebau Lohsa II für das Betreten gesperrt. Bereits im Dezember wurde dazu eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Fläche ist nach Rutschungen im Herbst 2018 und im Frühling 2019 zum seit 2011 geltenden Sperrbereich hinzugefügt worden, weil plötzliches Setzungsfließen beziehungsweise Verflüssigungsgrundbrüche drohen. Bisher verlief die Sperrlinie im Nordwestbereich von Lohsa II direkt am Ufer. Die Hochkippe existiert seit den 1980er Jahren und bot den Einwohnern der umliegenden Orte einen Blick über den sich füllenden Restsee. Der Bergbausanierer LMBV ist jetzt angewiesen, neue Verbotsschilder aufzustellen. Die Hochkippe Scheibe befindet sich bei Weißkollm östlich der Kreisstraße zwischen Tiegling und Burg.

Stromtrasse wird wegen Tagebau umverlegt: 25 Jahre nach dessen Stillegung

(Kohlerundbrief vom 8. Oktober 2019:) Der Netzbetreiber 50Hertz muss fünf Kilometer Hochspannungsleitung neu errichten, um den Tagebau Greifenhain zu umgehen, obwohl dieser schon 1994 stillgelegt wurde. Setzungen des Kippenbodens im Leitungsbereich seien bereits aufgetreten und könnten auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Nun wird auf einer Breite von 800 Metern eine neue Trasse für die Stromleitung gesucht. Eine Planungsfirma bereitet das Genehmigungsverfahren für den entsprechenden Abschnitt der 380 KV-Leitung Preilack – Streumen vor und hat dazu Behörden und Verbände angeschrieben. Ob die Kosten von den Steuerzahlern über die LMBV oder von den Stromkunden über die Netzgebühren getragen werden, ist uns nicht bekannt.

Zwei Schwimmende Häuser auf Tagebausee gesperrt

(Kohlerundbrief vom 23. April 2019:) Wie die Lausitzer Rundschau erst am 16. April 2019 berichtete, haben sich zwei der als Prestigeobjekte für die Bergbaufolgelandschaft errichteten „Schwimmenden Häuser“ während eines Sturmes im Oktober 2017 losgerissen und ihre Mieter in Todesangst gestürzt. Sie wurden daraufhin sofort amtlich gesperrt, seitdem gebe es juristischen Streit um die Rückabwicklung des Kaufvertrages.

Forstarbeiter stirbt durch Tagebaurutschung

(Kohlerundbrief vom 15. März 2019:) Wie die Lausitzer Rundschau erst am 2. März berichtete, gab es am 29. Januar einen Todesfall durch eine Rutschung in einem Lausitzer Altbergbaugebiet. Ein 53jähriger Harvester-Fahrer aus Sachsen rutschte mit seinem Fahrzeug in einen Restsee und ertrank im eiskalten Wasser. Die Maschine liege noch immer im See. Der Moritzteich ist das Restloch eines um 1920 geschlossenen Braunkohletagebaues. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe überprüft nun 80 Restlöcher des Altbergbaus im Muskauer Faltenbogen.

Weitere Umsiedlungen wegen fehlender Standsicherheit in Lauchhammer

(Kohlerundbrief vom 18. Februar 2019:) Vor Jahren machte die Grubenteichsiedlung in Lauchhammer Schlagzeilen: Wegen fehlender Standsicherheit wurden die vor Jahrzehnten auf einer Tagebaukippe errichteten Häuser durch die Sanierungsgesellschaft LMBV umgesiedelt. Jetzt sind weitere vier Familien und zwei Gewerbebetriebe mit etwa 100 Beschäftigten an der Wilhelm-Külz-Straße betroffen. Das berichtete die Lausitzer Rundschau am 9. Februar. Ein Rentner-Ehepaar musste sofort ausziehen, die anderen haben bis 2022 Zeit. Zahlreiche weitere Bereiche im Stadtgebiet von Lauchhammer sind offenbar noch nicht abschließend bewertet, so dass weitere Umsiedlungen nicht ausgeschlossen sind. Der Abbau der Kohle, der diese Probleme verursacht, liegt teilweise 100 Jahre zurück.

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