Schwimmenden Solaranlagen auf Tagebauseen haben Potenzial, sind aber kein Allheilmittel

GRÜNE LIGA veröffentlicht Inhalte ihres Fachgesprächs

210426 bild Floating SolarCottbus, 11.06.2021. Vor einem breiten Einsatz schwimmender Solaranlagen auf Bergbaufolgenseen besteht noch viel Forschungsbedarf. Das zeigte das erste öffentliche Fachgespräch zu „Floating Solar“, das die GRÜNE LIGA Ende April durchführte und dessen Ergebnisse heute veröffentlicht wurden.

In dem Online-Fachgespräch, an dem Vertreter*innen von Kommunen, Wissenschaft, Ministerien, Behörden und Verbänden teilnahmen, stellte Konstantin Ilgen vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE die vom Institut erstellte Potenzialstudie vor. Das Fraunhofer-Institut schätzt das wirtschaftlich nutzbare Potenzial für den Einsatz von Floating Solar auf Bergbaufolgenseen deutschlandweit auf 2,74 Gigawatt Peak das sind 4,9 % der betrachteten Gesamtseenfläche von 47.251 ha. Der Präsident des Brandenburgischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Rohstoffe, Sebastian Fritze diskutierte mit den Teilnehmer*innen die genehmigungsrechtlichen Aspekte. Mögliche Folgen auf das Ökosystem See stellte Jens Meisel vom Institut für angewandte Gewässerökologie vor. Dr. Andreas Will von der BTU Cottbus-Senftenberg konnte mit Hilfe eines neu entwickelten Klimamodells für die Lausitz abschätzen, wie stark sich die Verdunstungsverluste der Seen maximal verringern ließen.

Demnach sind schwimmende Solaranlagen kein Allheilmittel gegen den Wasserverbrauch der Tagebauseen. Nur gezielt darauf optimierte Anlagen senken die Verdunstung der direkt von ihnen abgedeckten Seefläche um 30 %. Hinzu kommt, dass einmal angelegte Seen für Jahrhunderte bestehen, während die Lebensdauer schwimmender Solaranlagen mit 30 Jahren angegeben wird. „Unnötig große Tagebauseen gilt es zu vermeiden, daran wird auch Floating solar nichts ändern. Auf nicht mehr vermeidbaren schon gefluteten Seen zählt dagegen auch jeder kleine Beitrag zur Einsparung von Wasser.“, bewertet René Schuster von der GRÜNEN LIGA die präsentierten Zahlen.

Aktuell hat der Tagebaubetreiber LEAG eine schwimmende Solaranlage auf dem zukünftigen Cottbuser Ostsee ankündigt. Mit Blick auf die ohne Forschungsgelder noch fehlende Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen fordert Schuster: „Wenn bei den Projekt öffentliche Gelder eingesetzt werden, müssen die gewonnenen Daten und Erfahrungen öffentlich zugänglich gemacht werden.“

Das Fachgespräch fand im Rahmen des Projektes „Begleitung des Braunkohleausstieges in der Lausitz unter besonderer Beachtung des Wasserhaushaltes“ statt und wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

Dokumente:

Zusammenfassung des Fachgespräches (pdf, 8 Seiten, 1,2 MB)

Präsentation Fraunhofer-Institut (1,6 MB)

Präsentation Institut für angewandte Gewässerökologie (5,3 MB)

Präsentation BTU (2,7 MB)

 

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