Winterdürre in der Lausitz – die Katastrophe geht weiter

An weiße Weihnachten glaubt kaum noch jemand. Aber wird es diese Woche wenigstens endlich regnen? Schon 2019 gab es in der Lausitz zwar einen feuchten Oktober, auf den aber direkt ein extrem trockener November folgte. Dasselbe erleben wir 2020 noch massiver: Die Wetterstation Cottbus verzeichnete gerade mal 6 Millimeter Niederschlag im November und im Dezember bis zum 21.12. weniger als einen (!) Millimeter. Das sind 12 % bzw. 2 % des langjährigen Mittels für den jeweiligen Monat. Im gleichen Zeitraum gab es in anderen Teilen Deutschlands teilweise ergiebige Niederschläge, doch praktisch nichts davon erreichte Spree und Neiße.

Eine solche Trockenperiode im Sommerhalbjahr hätte längst wieder massive Trockenschäden an den Pflanzen verursacht. Im Winter wird die Katastrophe kaum wahrgenommen, denn sie wird sich erst später auswirken. Mit jedem Tag schwinden die Chancen, dass dieses Winterhalbjahr das Wasserdefizit der Landschaft ansatzweise auffüllen kann, das in drei zurückliegenden Trockenjahren entstand. Bis der Wasservorrat wieder von Sonne und Pflanzenwachstum angezapft wird, bleiben nur noch Januar, Februar und März um ihn aufzufüllen. Wenn nicht alle drei Monate extrem feucht werden, wird die Lausitzer Dürre- und Niedrigwasserkatastrophe auch 2021 weitergehen. Eine Katastrophe gegen die es keinen Impfstoff gibt, die auch die Trinkwasserversorgung Berlins beeinflusst und die von der Braunkohleverstromung der zurückliegenden Jahrzehnte gleich auf drei Wegen entscheidend mitverursacht wurde: CO2-Ausstoß, Grundwasserdefizit und künstliche Tagebauseen.

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