LEAG-Vorschlag könnte Versorgungssicherheit von russischer Technik abhängig machen

GRÜNE LIGA sieht Risiken bei Umrüstung alter Braunkohlekraftwerke auf Erdgas

Cottbus, 02.11.2026: Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA befürchtet, dass bei Umrüstung alter Braunkohlenkraftwerke der LEAG auf Erdgas die Versorgungssicherheit weiter von russischen Zulieferern abhängig wäre. Zudem drohe durch die geringen Wirkungsgrade eine Verschwendung knapper Gasvorräte.

„Wenn in alten DDR-Kraftwerken nur der Brenner ausgetauscht wird, bleibt die Versorgungssicherheit von sowjetischer Technik abhängig. Wir müssen davon ausgehen, dass die Kraftwerksblöcke in Jänschwalde und Boxberg bei größeren Havarien noch heute auf Ersatzteile russischer Zulieferer angewiesen sind. Auch die insgesamt marode Bausubstanz brächte wohl eher ein Versorgungsrisiko als Versorgungssicherheit.“ sagt René Schuster vom Umweltverband GRÜNE LIGA und langjähriges Mitglied im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg.

„Während Deutschland zum Winteranfang über zu gering gefüllte Gasspeicher diskutiert, schlägt die LEAG vor, es mit 40 statt 60 Prozent Wirkungsgrad zu verstromen. Das staatlich zu fördern wäre absurd.“ bewertet Schuster die in der FAZ dazu berichteten Zahlen.

Wirtschaftswoche und FAZ hatten am Wochenende berichtet, dass die LEAG plant, sich die Umrüstung ihrer Altkraftwerke von Braunkohle auf Gas über die aktuelle Ausschreibung zur Kraftwerksstrategie finanzieren zu lassen. Dabei würden zentrale Komponenten wie Turbine und Generator weiter benutzt. Die sechs Kraftwerksblöcke in Jänschwalde sowie die Blöcke N und P des Kraftwerkes Boxberg wurden noch in der DDR-Zeit mit sowjetischer Technik errichtet. Nur diese Blöcke würden nach dem Kohleausstiegsgesetz vor 2030 außer Betrieb gehen und kämen deshalb für eine kurzfristige Umrüstung in Frage, bei der sie wieder zu „zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten“ erklärt werden könnten.

In beiden Kraftwerken gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Havarien und Ausfälle, die mit dem Alter der Anlagen zusammenhängen dürften. So war etwa ein Block in Jänschwalde im Winterhalbjahr 2022/23 über Monate nicht verfügbar, im Herbst 2023 brach im gleichen Kraftwerk ein aus massivem Beton bestehendes Aschesilo zusammen.

gestriger Artikel der FAZ

Termine

Braunkohlenausschus des Landes Brandenburg
12 November 2026
09:30 - 14:00
Cottbus, Neues Stadthaus, Erich-Kästner-Platz 1, 03046 Cottbus

Dieser Wald ist der Kohlegrube im Weg

Dieser Wald ist der Kohlegrube im Weg

 

Lacoma-Filmdokumentation

lacoma werbemotiv 1500px

 

Aktuelle Seite: Startseite Themen Energiepolitik LEAG-Vorschlag könnte Versorgungssicherheit von russischer Technik abhängig machen

Lausitzer Kohlerundbrief