Cottbus, 09.09.2026: Für die Überarbeitung des Braunkohlenplanes Welzow-Süd hat die Planungsbehörde offenbar eine private Kommunikationsagentur beauftragt. In der morgigen Sitzung des Braunkohlenausschusses in Cottbus müssen dazu Fragen der GRÜNEN LIGA beantwortet werden.
„Kommunikationsagenturen werden in der Regel beauftragt, um Akzeptanz für ein bestimmtes Projekt zu schaffen. Mit einem ergebnisoffenen Planverfahren wäre das nicht vereinbar. Offenbar wurden auch Verflechtungen des Auftragnehmers mit Interessen des Kohlekonzerns LEAG nicht sicher ausgeschlossen. Wir erhoffen uns in der morgigen Ausschussitzung Aufklärung über diesen Vorgang.“ sagt René Schuster, Vertreter der Umweltverbände im Braunkohlenausschuss.
Im Braunkohlenplanverfahren Welzow-Süd muss die im Januar 2021 verkündete Nicht-Inanspruchnahme des Teilfeldes II mit dem Dorf Proschim ebenso geregelt werden wie die im Frühjahr 2026 verkündete Verzicht auf das „Restfeld“ mit dem ehemaligen Ort Haidemühl. Dabei wird insbesondere Lage und Größe des Tagebau-Restsees festgelegt. Das hat direkten Einfluss auf die Kosten der Rekultivierung für die LEAG und die verbleibenden Folgekosten für die Allgemeinheit.
Verschiedene Akteure aus der Region wurden durch ein „Büro Hitschfeld für strategische Beratung“ kontaktiert, dass „unterstützend im Bereich der Kommunikation für das laufende Braunkohlenplanverfahren Tagebau Welzow-Süd tätig“ sei. Das Unternehmen gibt auf seiner Internetseite einen „Netzwerkpartner“ an, der für die Pressearbeit des Braunkohlenunternehmens (damals Vattenfall Europe Mining) verantwortlich war, als dieses den Braunkohlenplan Welzow-Süd Teilfeld II durchsetzte. Unter „Referenzen“ werden zudem Aufträge der Mitteldeutschen Braunkohle Gesellschaft (MIBRAG) aufgeführt, welche wie die LEAG Eigentum der EPH-Gruppe ist.
Anfragen nach § 6 der Geschäftsordnung werden nach der sonstigen Tagesordnung beantwortet. Der Fragensteller darf dabei bis zu zwei Nachfragen stellen. Drei solche Anfragen wurden vom Vertreter des Umweltverbandes GRÜNE LIGA für die morgige Sitzung gestellt: