Tagebau Jänschwalde trocknet Pinnower See aus – Cottbuser Ostsee nur zu fünf Prozent gefüllt

GRÜNE LIGA fordert klare Konsequenzen der Behörden

Cottbus/Pinnow, 10.03.2021. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA fordert klare Konsequenzen aus dem vom Braunkohletagebau verursachten Wasserverlust im Pinnower See. Gleichzeitig konnten in den Vorzeigesee der LEAG, der Cottbuser Ostsee in zweieinhalb Jahren nur 5 Prozent der insgesamt nötigen Wassermenge eingeleitet werden. Die GRÜNE LIGA fordert die LEAG auf, auf unseriöse Erfolgsmeldungen zur Seeflutung zu verzichten.

„Es ist eine verheerende Bilanz für den Bergbau: Am Pinnower See zerstört die LEAG ein seit Jahrzehnten intensiv genutztes Erholungsgebiet, während sie mit der Flutung ihres als Ostsee hochgejubelten Tagebauloches nicht vorankommt.“ sagt René Schuster, Braunkohle-Experte der GRÜNEN LIGA.

Schuster weiter: „Wenn das Grundwasser für eine Aufhöhung des Wasserspiegels nicht zur Verfügung steht, muss die Ursache des Wasserentzuges gestoppt werden – das ist eindeutig der Tagebau. Statt verzweifelt nach politisch bequemeren Ursachen zu suchen, müssen die Behörden klare Konsequenzen ziehen.“
Nach jahrelanger Verschleierungsversuchen der LEAG hatte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe im Jahr 2018 den zunehmenden Einfluss des Tagebaues Jänschwalde auf den Pinnower See amtlich festgestellt. In einer bergrechtlichen Anordnung wurde die LEAG verpflichtet, durch eine Wassereinleitung zumindest den Seewasserstand des Jahres 2010 wieder herzustellen. Dieser sollte im Frühjahr 2021 erreicht sein. Nach aktuellen Presseberichten sieht die Behörde dafür keine Chance mehr.

Bei der Flutung des ehemaligen Tagebaues Cottbus-Nord als Cottbuser Ostsee kommt es nicht auf die nicht auf den von der LEAG-Propaganda bemühten Wasserstand am tiefsten Punkt des Sees an (52 % „bezogen bezogen auf die aufzufüllende Wasserhöhe seit Flutungsbeginn“), sondern auf die aufzufüllende Wassermenge. Zur Zeit stehen der LEAG derzeit 0,5 Kubikmeter pro Sekunde zur Verfügung. Allerdings bestehen am Ende des Winters normalerweise die besten Chancen auf Flutungswasser. Wenn die eigentlich geplanten 5 Kubikmeter pro Sekunde jetzt nicht erreicht werden, ist im Sommerhalbjahr auch nicht damit zu rechnen. Das aus der Spree in den „Cottbuser Ostsee“ geleitete Wasser dümpelt mit 13,5 Millionen Kubikmetern bei etwa 5 Prozent der insgesamt aufzufüllenden 256 Mio. Kubikmeter (Seevolumen plus aufzufüllender Porenraum). Seit der „Herstellung der Flutungsbereitschaft“ sind zwei Jahre und vier Monate vergangen, in denen die Flutung mehrfach verschoben, unterbrochen und dazwischen mengenmäßig eingeschränkt wurde. Wenn die Flutung in diesem Tempo – also mit dieser Wasserverfügbarkeit - weitergeht, dauert sie noch fast 44 Jahre.

Das der See-Genehmigung zugrunde liegende angebliche „Trockenszenario“ geht von 3 Jahren ohne Flutung und anschließend über vier Jahre nahezu unbegrenzt verfügbarem Flutungswasser aus. So war vorprogrammiert, dass die Flutung in den ersten drei Jahren schon mit einem einzigen Liter Wasser formal über dem Trockenszenario gelegen hätte. Es gibt allerdings keine Anzeichen dafür, dass in den Winterhalbjahren 2022 bis 2025 durchgehend mit 5 Kubikmetern pro Sekunde geflutet werden kann. Damit sind deutliche Verzögerungen bei der Flutung des Sees praktisch unausweichlich.

Die in der LEAG-PR intensiv bemühte Wasserspiegelhöhe im See (eigentlich im Nordrandschlauch) ist zusätzlich dadurch erhöht, dass aus Gründen der Standsicherheit Grundwasser in den See gepumpt wird. Dies erhöht zwar den Wasserstand im Randschlauch, verlagert das Wasserdefizit aber nur in das Umfeld des Sees und trägt zur Auffüllung des Defizits nichts bei.

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