Anwohner reagieren erleichtert auf Sprengung der Förderbrücke des Tagebaues Jänschwalde

Tagebaufolgen bleiben noch für Jahrzehnte

Tagebau Jänschwalde ausschnittCottbus/Atterwasch, 04.02.2026. Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA und Bewohner der ehemals vom Tagebau Jänschwalde bedrohten Dörfer nehmen die für morgen angekündigte Sprengung der Förderbrücke des Tagebaues mit Erleichterung zur Kenntnis.

„Erst mit der Sprengung der Förderbrücke sind unsere Dörfer nun definitiv sicher und nicht mehr von der Einhaltung der Zusagen aus Politik oder Unternehmen abhängig. Das ist für uns eine Erleichterung. Gleichzeitig werden wir noch für Jahrzehnte unter Folgen des Tagebaues Jänschwalde leiden.“ sagt Monika Schulz-Höpfner aus Atterwasch, ehemaliges Mitglied des Landtages Brandenburg (CDU).

In direkter Nachbarschaft zur morgigen Sprengung erinnert die Mahnglocke von Taubendorf an die Zusage des damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe aus dem Jahr 1993, Horno werde das letzte Dorf sein, das in Brandenburg der Braunkohle geopfert werde. Seine Nachfolger Matthias Platzeck und Dietmar Woidke brachen dieses Versprechen und wollten die Zwangsumsiedlung der Orte Grabko, Kerkwitz und Atterwasch für einen Tagebau Jänschwalde-Nord durchsetzen. Zu den vielfältigen Protestaktionen dagegen gehörte die Errichtung der Mahnglocke im Jahr 2013, die wöchentlich läutete, um an das Versprechen von Manfred Stolpe zu erinnern.

sternmarsch 20140105Ob der Grundwasserentzug aus der Umgebung des Tagebaues wie angekündigt 2044 endet, hängt unter anderem davon ab, ob genug Wasser aus der Neiße zur Flutung der geplanten Tagebauseen verfügbar sein wird.

„Dazu muss nicht nur das Wetter, sondern auch die Republik Polen mitspielen. Beiden kann die LEAG keine Vorschriften machen.“ sagt René Schuster vom Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA. Schuster weiter: „Solange die Seen nicht voll sind, trocknet der Tagebau seine Umgebung weiter aus. Die vorgelegte Verträglichkeitsprüfung erwartet den maximalen Einfluss des Tagebaues auf die umliegenden Feuchtgebiete erst Anfang der 2030er Jahre. Zugleich steht die Kompensation für die tagebaubedingte Austrockung der Jänschwalder Laßzinswiesen immer noch aus. Hier sind Feuchtwiesen und Moorboden großflächig verschwunden.“

Fotos: Tagebau Jänschwalde (C. Huschga), STernmarsch gegen die Umsiedlung (ideengruen I Markus Pichlmaier), Mahnmal in Kerkwitz für die Bedrohung des Ortes

 

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