Hamburger Studierende informieren sich im Wald der GRÜNEN LIGA

210715 huschga studenten im gruene liga waldRohne, 16.07.2021. Der Umgang mit dem Kohleausstieg in der Lausitz war Thema einer Exkursion von Studierenden der Hamburger Universität, bei der sie auch den von der GRÜNEN LIGA gepachteten Wald im Vorfeld des Tagebaues Nochten besuchten. Die angehenden Geograph*innen der seit 2019 prämierten Exzellenzuniversität informieren sich in der Lausitz nicht nur über die Wasserproblematik und den Strukturwandel, sondern beschäftigten sich auch dem Engagement der Menschen vor Ort. In einem vom Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA gepachteten Waldgrundstück im Vorfeld des Tagebaus Nochten bei Rohne (Landkreis Görlitz) sprachen sie mit Christian Huschga und Adrian Rinnert vom lokalen Bündnis „Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II“ über ihre Bemühungen gegen die weitere Abbaggerung.

„Die Studierenden waren erschüttert darüber, dass trotz Klimakrise und einer angestrebten Klimaneutralität bis 2045 mit dem Sonderfeld Müllrose sogar noch ein neues Abbaugebiet aufgeschlossen werden soll.“ berichtet Adrian Rinnert von dem über zweistündigen Austausch.

Die GRÜNE LIGA hat ein Stück Wald im Vorfeld des Tagebaues bis 2037 gepachtet, um hier neben Waldumbau regelmäßig Kunst-, Kultur- und Bildungsveranstaltungen durchzuführen. Beeindruckt zeigten sich die jungen Menschen aus Hamburg, dass trotz erster Enteignungsandrohungen durch den Braunkohleförderer LEAG die Aktiven vor Ort nicht den Mut verlieren. „Es spricht viel dafür, dass wir dieses Waldstück auch noch hüten und pflegen werden, wenn der Tagebau ausgelaufen ist.“, sagte Rinnert. „Wenn wir hier enteignet werden, dann wäre das ein Zeichen an alle Menschen, dass Politiker und Gerichte den Klimawandel noch immer nicht ernst nehmen“, argumentierte der Oberlausitzer.

Ein früherer Stopp des aktiven Tagebaus Nochten würde auch Schutz des Wassers in der Region helfen. Mit jedem Tag Kohleförderung wird das Grundwasserdefizit vergrößert, das nach Abbau der Kohle wieder aufzufüllen ist. Auch steigen mit der geförderten Kohlemenge die Größe und der Wasserverbrauch des künftigen Tagebausees. Pro Hektar Seefläche gingen dem Spreegebiet wegen der hohen Verdunstung jährlich mindestens 3530 Kubikmeter Wasser verloren. Bei einem geplanten See von 1770 Hektar entspricht das dreieinhalb mal dem Trinkwasserverbrauch der Stadt Bautzen. Insgesamt plant die LEAG in ihren Tagebauen sogar mehr als 7000 Hektar zusätzlicher Seen anzulegen. Das sei im sich verschärfenden Klimawandel nicht mehr verantwortbar, erklärte Rinnert.

Die Hamburger Studierenden haben sich bewusst für die Kohleregion der Lausitz entschieden und sich in den letzten Monaten intensiv mit den Themen der Region befasst. Der Studiengang Geographie an der Universität Hamburg setzt sich im Rahmen eines Studienprojekts mit dem Titel "Nur die Kohle zählt" mit dem Lausitzer Kohlerevier auseinander. Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion treffen sich die Studierenden mit verschiedenen Akteuren der Region.

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Das Bild „Mit Studierenden im GRÜNE-LIGA-Wald“ im kann kostenfrei verwendet werden. Quelle: Christian Huschga

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