Die AfD steht mit der Sehnsucht nach dem Tagebau Welzow-Süd II alleine da

Die AfD-Fraktion beantragte im Brandenburger Landtag, die EU-Löschflugzeugstaffel nicht am Flugplatz Welzow, sondern an einem anderen Brandenburger Flugplatz einzurichten, um unter dem Welzower Flugplatz weiter Braunkohle abzubaggern. Politiker aller anderen Parteien distanzierten inzwischen sich von dem Antrag.

„Das ist Unfug im Quadrat. Der neue Tagebau Welzow II ist durch die Landesregierung ausgeschlossen worden. Das scheint sich bei der Partei, die des Öfteren mit alternativen Fakten um sich wirft, noch nicht rumgesprochen zu haben“, sagte die Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow).
Laut Antrag der Rechtspopulisten sei der Flugplatz Welzow wegen der dort beabsichtigten Braunkohleförderung nicht geeignet als langfristiger Standort der Löschflugzeugstaffel. Der Brandenburger Landtag wird daher aufgefordert, andere Standorte wie zum Beispiel in Pohlitz, Neuhardenberg in Ostbrandenburg oder Cottbus-Drewitz für die EU-Löschflugzeugstaffel zu prüfen.

„Kein anderer Flugplatz nördlich der Alpen hat solch gute Ausgangsvoraussetzungen wie der Welzower Flugplatz, der unmittelbar an den einzig ganzjährigen offenen Wasserlandeplatz Sedlitzer See grenzt. Das hat sogar die EU schon erkannt. Andere Flugplätze haben nicht diese Möglichkeit in ihrer Nähe“, sagt Wodtke.

Für den Welzower CDU-Politiker Günter Jurischka ist der AfD-Antrag ein Beispiel für Klientelpolitik gegen die Lausitz: „Entweder sind die Kollegen bei der AfD so begriffsstutzig oder die selbsternannte Alternative will die Lausitz als reine Braunkohlebuddelregion abstempeln. Zukunftsträchtige Projekte sollen hingegen in anderen Gebieten errichtet werden. Das werden wir nicht mitmachen“, sagt Jurischka. Der Hinweis auf den Flugplatz Cottbus-Drewitz durch die AfD entbehrt zudem jeglicher Grundlage: „Bereits Ende Januar 2020 ist die Flugbetriebsgenehmigung für Drewitz erloschen“, gibt Jurischka zu Bedenken.

Als Erster hatte der ostbrandenburger AfD-Stadtverband Frankfurt (Oder) im sozialen Netzwerk Facebook eine Verlagerung der angedachten Stationierung von EU-Löschflugzeugen auf den Flughafen in der Nähe von Eisenhüttenstadt ins Gespräch gebracht. „Es ging dabei im Wesentlichen um den Bestandsschutz dieses Flugplatzes Pohlitz" heißt es im dem Posting vom 24. März 2020.

Wodtke und Jurischka fordern die Landesregierung auf, endlich mal „in die Gänge zu kommen“. Zu Beginn der Waldbrandsaison wäre ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur Einrichtung der EU-Löschflugzeugstaffel und für den Aufbau eines Katastrophenschutzzentrums am Standort Welzow ein „starkes Signal“ für die Region, aber auch weit darüber hinaus. „Eine sachorientiert arbeitende Landesregierung wäre das beste Mittel, um Populisten etwas entgegenzusetzen“, meint Wodtke. (Pressemitteilung Allianz für Welzow, 06.04.2020, verändert)

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