Der geplante Tagebau Jänschwalde-Nord

(Brandenburg:) Der Tagebau Jänschwalde-Nord bedroht die Dörfer Grabko, Kerkwitz und Atterwasch mit der Umsiedlung und würde die gesamte Region Guben entwerten. Er soll ein Neubaukraftwerk versorgen, dass seit Jahren kein Investor bauen will. Dennoch weigert sich die Landesregierung Brandenburg mit fadenschenigen Ausreden, das begonnene Braunkohlenplanverfahren endgültig einzustellen.

Übersichtskarte
(rot: geplanter neuer Tagebau, braun: genehmigter Tagebau Jänschwalde)

Drohende Umsiedlungen

Die Orte Kerkwitz, Grabko und Atterwasch mit zusammen ca. 900 Einwohnern wären von der Umsiedlung betroffen.

Leben an der Grubenkante?

Als Tagebaurandgemeinden wären Taubendorf und Groß Gastrose in extremer Weise betroffen. Die Menschen müssten hier auf einem schmalen Streifen zwischen Tagebauloch und dem Grenzfluss Neisse leben. In diesen Streifen drohen Bahn und Bundesstraße verlegt zu werden, auf polnischer Seite droht in Sichtweite ebenfalls ein Tagebau. Doch auch die Stadt Guben (insb. Ortsteile Deulowitz, Kaltenborn, Schlagsdorf) sowie Bärenklau, Schenkendöbern und Jänschwalde-Ost würden beeinträchtigt.

Verkehr

Die heutige Bahnlinie Cottbus-Guben müsste verlegt werden, ebenso die erst vor wenigen Jahren wegen des Tagebaus Jänschwalde umverlegte Bundesstraße 97. Beides hätte zusätzliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft bzw. Anwohner am Ort der neuen Trasse.

Natur

Drei als FFH-Gebiet „Pastlingsee Ergänzung“ ausgewiesene Moorgebiete würden abgebaggert. Durch den genehmigten Tagebau Jänschwalde ist Vattenfall bisher zur wissenschaftlichen Beobachtung und zu umfangreichen Schutzmaßnahmen für diese Gebiete verpflichtet. Diese Maßnahmen erweisen sich bei einer späteren Abbaggerung als widersinnig. Die Grabkoer Seewiesen sind unter anderem als Kranichbrutplatz bekannt. Von der TU-Clausthal- Studie unterschlagen wird die Inanspruchnahme eines Teiles des Landschaftsschutzgebietes „Gubener Fließt&aumller“ im Nordosten des Abbaufeldes. Mit dem Deulowitzer See verlöre Guben eines seiner beliebtesten Naherholungsziele. Die Wasserschutzgebiete Atterwasch und Taubendorf würden ebenfalls zerstört. Im Norden würde das Tagebaufeld direkt an das FFH-Schutzgebiet „Feuchtwiesen Atterwasch“ angrenzen, im Westen an den Pastlingsee (ebenfalls FFH). Der Tagebau würde zudem bei Grabko direkt an den Naturpark „Schlaubetal“ grenzen, der eigentlich der naturverträglichen Erholung gewidmet sein sollte. Es sind massive Beeinträchtigungen dieser Gebiete zu befürchten..

Wirtschaft und Kultur

Eine große Anzahl Gewerbebetriebe des Gubener Raums ist in den drei direkt betroffenen Ortschaften ansässig. Die Kirche in Atterwasch (Baujahr 1294) ist eine der ältesten erhaltenen in der Niederlausitz, die Kerkwitzer Kirche war der erste Kirchenneubau in der DDR und beging Anfang Juni 2012 sein 60. Jubiläum. In beiden Dörfer existieren zudem Kriegsgräberstätten.

Planungsstand

Die Absicht zum Aufschluss dieses Tagebaues wurde am 18.09.2007 von Landesregierung und Vattenfall in einer gemeinsamen Pressekonferenz angekündigt. Damit brach die Landesregierung ihr seit 1993 gegebenes Wort, dass der Kohleabbau an der "Taubendorfer Rinne" enden soll. Vattenfall hat Ende 2008 erste Unterlagen für ein Braunkohleplanverfahrens eingereicht. Ein sogenannter Scoping-Termin fand Ende Mai 2011 statt. Die Stellungnahmen wurden von der Planungsbehörde fast ein Jahr lang ausgewertet, bevor sie einen Untersuchungsrahmen für die Umweltprüfung festlegte. Der Planentwurf liegt noch nicht vor, damit steht auch das Beteiligungsverfahren noch aus. Die Landesregierung müsste einen Braunkohlenplan als Rechtsverordnung erlassen. Das war ursprünglich für 2014 geplant, später auf Anfang 2015 verschoben und inzwischen weigert sich die Planungsbehörde überhaupt noch einen Zeitplan zu nennen. (so im regionalen Arbeitskreis des Braunkohlenausschuss im März 2012) Dies veranschaulicht die Konflikte und Schwierigkeiten um diesen Tagebau. Eine bergrechtliche Genehmigung (Rahmenbetriebsplan) ist bisher nicht beantragt.

Links zum Tagebau Jänschwalde-Nord

Pro Heimat e.V.

 

 

Termine

Klimahauptstadt ernst gemeint?: 100 Tage Rot-Rot-Grün
21 März 2017
19:00 -
Berlin, Robert-Havemann-Saal, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4
Sitzung des Brandenburgischen Braunkohlenauschusses
23 März 2017
09:00 - 14:00
Stadthaus Erich-Kästner-Platz 1, 03046 Cottbus
Protest gegen den Tagebau Nochten 2
23 April 2017
13:45 - 17:00
Treffpunkt: Bahnhof Schleife
Europäischer Stationenweg in Kerkwitz
10 Mai 2017
03172 Kerkwitz
Aktuelle Seite: Startseite Drohende Tagebaue Jänschwalde - Nord

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